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Ratgeber: Kauf von Kinderschuhen

Unsere Füße tragen uns ein Leben lang. Daher ist es wichtig, dass sie sich in Kindheitstagen, den wichtigen Wachstumsphasen, optimal entfalten können. Die richtigen Schuhe bilden für die Grundlage für eine uneingeschränkte Entwicklung von Kinderfüßen, doch oft entpuppt sich der Kauf von Kinderschuhen als eine nervenaufreibende und unsichere Angelegenheit.

Zwickt der Schuh an einigen Stellen oder drückt der Zeh nicht doch vorne an? Die klassische Druckprobe auf dem Schuh, um herauszufinden, wo die Zehen genau sind, ist der falsche Weg. Aufgrund des natürlichen Reflexes ziehen Kinder die Zehen schnell ein.

Doch wie kann herausgefunden werden, ob ein Kinderschuh passt? Welche Folgen haben zu kurze Schuhe? Sind die angegebenen Größen immer korrekt und welche Hilfsmittel gibt es für den Schuhkauf? In unserem Ratgeber fassen wir die wichtigsten Punkte für Dich zusammen.

Wieviel Platz benötigt ein Kinderfuß im Schuh?

Während der T-Shirt-Kauf für Eltern ein Kinderspiel ist, ist der Kauf neuer Kinderschuhe ein nervenaufreibender Spießrutenlauf. Einer der häufigsten Gründe? Die Größenangaben bei Kinderschuhen können mitunter je nach Modell variieren. Um trotzdem die richtige Größe für jeden Kinderfuß herauszufinden gilt folgende Faustregel:

Das Kind darf bei der Anprobe nicht mit den Zehen vorne anstoßen. Bei neu gekauften Schuhen sollten zwischen der großen Zehe und dem Schuh knapp 17 mm Platz sein. Dieser empfohlene Abstand minimiert sich bei gebrauchten Schuhen auf 12 mm.

Der freie Platz ist für eine normale, gesunde Entwicklung der Großzehe entscheidend. Ist der Schuh zu kurz, kann sich die Großzehe nicht fehlerlos entwickeln und die Schuhe werden zu einem gesundheitsschädlichen Faktor.

So entwickeln sich die Kinderfüße

In den ersten Lebensjahren wachsen Kinderfüße besonders schnell: Rund 1,5 mm legt ein Fuß pro Monat zu. Dabei sind die Wachstumsmengen sehr unterschiedlich, denn oft legen die Füße in Schüben zu. Das heißt: Für mehrere Wochen vergrößert sich der Fuß kaum, bis er schließlich deutlich an Länge gewinnt und schnelles Handeln gefragt ist. Wächst ein Kinderfuß wirklich um 1,5 mm pro Monat, entspricht das einem Zuwachs von zwei bis drei Schuhgrößen.

Damit die Schuhe optimal passen, kommt es aber nicht nur auf die richtige Länge der Schuhe an. Ebenso spielt es eine Rolle, ob der Fuß breit oder schmal ist. Einige Markenhersteller bieten ihre Kinderschuhe nicht nur in verschiedenen Größen, sondern auch in unterschiedlichen Weiten an.

Größenmessung – veraltete Methoden zur Passgenauigkeit

Um den Kauf von Kinderschuhen ranken sich unzählige Mythen. Mittlerweile ist bekannt, dass auf veraltete Methoden verzichtet werden sollte, da sie keine Auskunft über die Passgenauigkeit geben.

  • Daumendruck- und Fersentest. Dieser Test wird oft von vielen Schuhverkäufern angewendet. Per Druck auf die Schuhspitze und Ferse wird geprüft, ob noch eine Finger-Breite Platz ist.
  • Beim Kind nachfragen. Das häufigste Problem bei dieser Methode ist, dass Kleinkinder noch nicht selbst erkennen, ob Schuhe zu klein oder zu groß sind. Der Grund: Das Nervensystem in den Füßen ist bei Kleinkindern nicht richtig entwickelt und eventuelles Zwicken kann noch nicht vollends bei der Anprobe wahrgenommen werden.
  • Kinderfuß mit Schuhsohle vergleichen. Das Schuhaußenmaß sagt nichts über das Innenmaß aus und es kann mitunter schnell zu Druckstellen und unangenehmen Quetschungen kommen.

Doch welche Methode eignet sich wirklich für die Größenmessung? Am besten und genauesten lassen sich Kinderschuhe nach einer Vermessung des Fußes aussuchen. Dies kann professionell in einem Schuhladen ihres Vertrauens oder bei einem Therapeuten erfolgen.

Einige Hersteller bieten mittlerweile auch Messhilfen aus Kunststoff an. Diese sind in ihrer Form an einen Fuß angelehnt. Das Kind kann sich auf die Messhilfe stellen, sodass die Schuhgröße dann nur noch abgelesen werden muss. Doch auch dieses Ergebnis muss mit Vorsicht genossen werden. Die Größen können hier von Hersteller zu Hersteller abweichen!

 Entspannter Schuhkauf: Anfertigung einer Messschablone

Wenn das Kind nicht zum Schuhkauf mitgenommen werden muss, bleibt in der Regel mehr Zeit und die Entscheidung kann entspannt getroffen werden. Am einfachsten lässt sich dies anhand eines kleinen Tricks realisieren:

Auf einer Pappe kann der Fuß des Kindes abgezeichnet werden. Auf die Länge müssen etwa 17 mm aufgeschlagen werden, sodass die Größe ermittelt wird, die für das Kind benötigt wird. Entweder wird die Schablone anschließend ganz, oder nur ein breiter Streifen ausgeschnitten.

Dieser kann dann in den jeweiligen Kinderschuh gelegt werden. Biegt sich die Schablone nach oben, ist der Schuh zu kurz und für das Kind ungeeignet.

Die passenden Kinderschuhe für jede Jahreszeit

Damit sich die kleinen „Tapsefüße“ des Nachwuchses auf der Welt wohlfühlen, gibt es auf dem Markt eine Vielzahl an unterschiedlichen Kinderschuh-Modellen. Aufgrund der Auswahl an Leder, Kunstleder und anderen Materialien sollte es nicht schwer fallen, für jede Jahreszeit den passenden Schuh zu finden.

Kinder haben aber gänzlich andere Anforderungen an ihre Schuhe als Erwachsene. Während es Erwachsenen vor allem auf das Design ankommt – und angesichts dessen die Bequemlichkeit gern mal in Vergessenheit gerät – sollten sich Kinder in den Schuhen vor allem wohlfühlen. Sie müssen Halt bieten, dürfen den Fuß aber nicht in der Bewegung einschränken.

Kindersandalen – die erste Wahl im Sommer

Im Sommer tragen Jungen und Mädchen meist Sandalen. Die offenen oder halboffenen Schuhe sorgen für eine permanente Luftzirkulation. Kann ein Baby schon die ersten Schritte gehen, sollten Sandalen im Sommer nicht fehlen, denn Kinder neigen dazu, sehr stark an den Füßen zu schwitzen. Für die Kindersandalen gibt es folgende Regeln:

  • Die Sandalen sollten ein wenig höher geschnitten sein, sodass sie während des Laufens Halt geben.
  • Ideal sind Sandalen an warmen Frühlings- und Sommertagen. Ist es am Morgen frisch, sollten Kinder noch Socken anziehen.
  • Das Kind darf mit Socken nicht in den Schuhen hin und her rutschen, da ansonsten Verletzungsgefahr besteht.
  • Flip Flops gibt es schon für Kleinkinder. Diese sollten aber erst getragen werden, wenn der Nachwuchs tatsächlich sicher laufen kann.
  • Das Kind sollte die Sandalen selbst verschließen und öffnen können. Ideal sind daher Klettverschlüsse.
  • Lauflernkinder und besondere aktive Kinder sind im Sommer in Trekkingsandalen sicher unterwegs.

Tatsächlich sind Badesandalen gerade für Kinder, die noch laufen lernen, eine gute Ergänzung und können beim Baden getragen werden. Sandalen mit Absatz sind sowohl für 1-6-Jährige als auch für größere Kinder ein Tabu, denn sie behindern die natürliche Entwicklung des Fußes!

Lauflernschuhe für die Kleinsten

Um Kindern das Laufen zu erleichtern, gibt es Lauflernschuhe. Sie unterscheiden sich durch Materialien und Elastizität von anderen Schuhen. Während die kleinen Racker zu Hause gern noch auf Strümpfen unterwegs sind, sollte draußen nicht auf Lauflernschuhe verzichtet werden. Sie eignen sich für Kinder, die erste Laufübungen unternehmen oder beginnen, sich hochzuziehen. Man unterscheidet zwischen folgenden Lauflernschuhen:

  • Krabbelschuhe: Einsatz etwa ab dem 7. Monat, idealerweise mit Wildledersohle, Fuß ist weiterhin frei beweglich
  • Halbschuhe: höherer Schaft, mehr Halt am Knöchel

Gute Lauflernschuhe sind nicht leicht zu finden. Zumal es hier weniger darauf ankommt, ob es sich um einen schmucken Glitzerschuh oder einen coolen Fußballtreter handelt. Qualitätskriterien für gute Lauflernschuhe sind:

  • leichter und weicher Schuh
  • Materialien und Verarbeitung müssen Belüftung sicherstellen
  • flexibles und elastisches Material
  • rutschfeste Sohle
  • schadstoffgeprüft und schadstofffrei
  • speichelfeste Farbe

Bei Lauflernschuhen muss die Größe häufiger (alle zwei bis drei Monate) nachgemessen werden, denn Kinderfüße wachsen in dem Alter sehr schnell.

Hausschuhe als treuer Begleiter für Zuhause

Hausschuhe sind die idealen Fußwärmer und Rutsch-Bremsen. Im Vergleich zu Straßenschuhen sind sie deutlich hygienischer und ihre Sohle ist weniger hart, wodurch sie den Bodenbelag schonen.

Gute Hausschuhe für Kinder sorgen in Räumen für Rutschsicherheit, daher sind sie auch in Kindergärten meist Pflicht. Auch einige Schulen verlangen, dass die Kinder Hausschuhe tragen. Ob sie wirklich erforderlich sind, liegt unter anderem daran, ob ein Raum einen kalten Boden hat. Bei Hausschuhen gilt es vor allem auf Folgendes zu achten:

  • Die Sohle sollte rutschfest sein, da ansonsten auch Socken getragen werden können.
  • Das Obermaterial kann weich, sollte aber geschlossen sein, um Verletzungen an Füßen und Zehen vorzubeugen.
  • Bei kleinen Kindern empfehlen sich geschlossene Hausschuhe mit einem höheren Schaft. Dadurch ist ein besserer Halt gegeben.
  • Hausschuhe sollten angenehm warmhalten.

Gummistiefel – die richtige Wahl für Regentage

Ein Begleiter, der im ganzen Jahr Anwendung finden kann, ist der Gummistiefel. Gummistiefel sind die ideale Wahl bei Regentagen. Sie zeichnen sich durch den hohen Schaft und das Kunststoffmaterial aus.

Kann ein Kind sicher selbst laufen, darf auch zu Gummistiefeln gegriffen werden. Das Gewicht ist bei Gummistiefeln besonders entscheidend, denn viele dieser Schuhe sind besonders schwer und klobig. Kleine Kinder haben aber noch nicht die Kraft, den Fuß mitsamt einem schweren Gummistiefel anzuheben und beginnen deswegen schnell zu schlurfen.

Von Schuhen, die streng nach Gummi riechen, sollten ebenfalls die Finger gelassen werden. Hierbei handelt es sich fast immer um ein Indiz für eine minderwertige Qualität. Darüber hinaus muss bei der Auswahl eines Stiefels, egal ob Gummistiefel oder Winterstiefel die Schaftlänge berücksichtigt werden. Hierfür ist ein Ausmessen der Wade erforderlich.

Fazit für den bequemen Kinderschuh-Kauf

Mit einigen Tricks und etwas Hintergrundwissen lassen sich Kinderschuhe ganz entspannt aussuchen. Die wichtigsten Punkte sind abschließend noch einmal zusammengefasst:

  • Die Schuhhersteller halten sich nicht immer an gängige Größennormen. Deswegen gibt es große Unterschiede bei den Größen.
  • Am einfachsten gelingt der Kauf mit einer angefertigten Schablone des Kinderfußes, die in den Schuh gelegt wird.
  • Kinderschuhe müssen Halt geben, dürfen weder zu weit, noch zu schmal sein. Hier kann das Schuhweitensystem WMS helfen.
  • Im Zweifelsfall sollten Kinderfüße professionell vermessen werden.
  • Wichtig ist ein Platzpuffer von 12 bis 17 mm in jedem Kinderschuh.

Wenn diese Punkte alle beachtet werden, steht dem Kinderschuh-Kauf nichts mehr im Wege. Wer sich den nervenaufreibenden Gang in die Stadt sparen will, der kann bei LamaLoLi bequem von Zuhause aus bestellen und bekommt das Paket mit den gewählten Schuhen deutschlandweit versandkostenfrei direkt vor die Haustür geliefert.

Weitere Informationen zum Kauf von Kinderschuhen

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